Der Schlossgeist - Das Petermännchen

Führung für  Gruppen mit dem Petermännchen: Streifen Sie mit dem Schweriner Schlossgeist durch die Geschichte der Stadt und der Herzöge.

Zu den Gruppenführungen

 In den riesigen Kellergewölben und auf den Dachböden und Gängen des Schweriner Schlosses hat das sagenumwobene Petermännchen, ein kleiner und gutmütiger, aber finster dreinblickender Kobold und Hausgeist sein Zuhause. Betrachtet man die zahlreichen Sagen rund um den Schlossgeist (es sollen mehr als 500 sein), so kann man das Schloss Schwerin wohl zum "sagenhaftesten" Ort Deutschlands küren.

Das Männchen zeigte sich den Menschen in den verschiedensten Gestalten. Manchmal erschien es als alter Mann mit runzeligem Gesicht, dessen weißer, wallender Bart bis zur Brust reichte. Sein langer schwarzer Rock mit engen Ärmeln ging bis zu den Füßen. Um den Hals hatte es einen weißen Kragen geschlungen, und auf dem Kopf saß eine runde Kappe. Ein anderes Mal erschien das Petermännchen als mittelalterlicher Reitersmann mit flottem Schnurrbart. Es trug dann ein kurzes Wams und hohe Reiterstiefel mit Sporen, einen Degen und einen Federhut, und ein Schlüsselbund klirrte an seinem Gürtel. Die Kleidung in der das Männchen erschien konnte auf kommende Ereignisse hinweisen. Meist ging es im grauen Gewande umher; gab es Krieg, so war es mit einem roten Kleid angetan; starb jemand der Herzogsfamilie, so sah man es kohlschwarz gekleidet.

Als Hüter und Wächter des Schlosses belohnte die Zwergengestalt die Ehrlichen und Guten. Ausgerüstet mit Laterne und Schlüsselbund weckte es die Soldaten, die vor Erschöpfung bei ihrer Nachtwache eingeschlafen waren, um sie auf diese Weise vor Bestrafung zu schützen. Diebe und fremde Eindringlinge wurden mit Plagen, grausamen Späßen und mit nächtlichem Poltern bestraft oder vertrieben. Selbst Wallenstein war der Sage nach dem Hausgeist nicht gewachsen. Als Wallenstein das Schloss Schwerin als Wohnsitz nehmen wollte, soll die Spukgestalt den Kriegsfürsten derart belästigt haben, dass dieser sich lieber auf Schloss Güstrow niederließ.

Und heute?

Die letzten schriftlich festgehaltenen Begegnungen mit dem Petermännchen sollen eine Tochter der Schweriner Großherzöge und ein Polizist gehabt haben. Das Petermännchen sei dem jungen Mädchen 1913 erschienen, als ein Teil des Schlosses lichterloh in Flammen standen. Als Schutzgeist der großherzoglichen Familie, könnte es dann aus dem Schloss verschwunden sein, als die Herrschaft der Großherzöge endete. Doch ein Polizist will im Jahre 1930 eine Gestalt mit spitzem Hut im Burggarten gesehen haben, die dann verschwand.

So mancher Schweriner berichtet, dass sich des Nachts ein flackerndes Licht von Fenster zu Fenster zu bewegen scheint, oder oben in einem der kleinen Türme jemand im Kerzenschein in einem Zimmer auf und ab geht. Ist das das Petermännchen? - Wer weiß das schon genau.

Sage zum Petermännchen: Der Geheime Gang unter dem See

Dort, wo heute das Schweriner Schloss aufragt, stand einst die Tempelburg eines Heidengottes, der weithin in der ganzen Umgebung verehrt wurde. Als dann die Boten des Christenglaubens durchs Land zogen, floh der Heidengott in die Tiefen des Weltmeeres, ließ aber seine Diener, die Geister, zurück. Doch das Heiligtum am Schweriner See zerfiel, und nun wichen auch die getreuen Helfer ihres heidnischen Herren und nahmen ihren Wohnsitz im Petersberg. Das Petermännchen war das einzige, das auf seinem alten Platz ausharrte. Wie man aus alten Berichten erfahren kann, sind die geheimnisvollen Gewölbe mit dem Petersberg in Pinnow über lange und dunkle Gänge verbunden, wo sich das Petermännchen als Schmied betätigte.