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Geschichte des Schweriner Schlosses

Die Schlossinsel, welche den Burgsee vom Schweriner See trennt, war bereits vor mehr als 1000 Jahren Standort einer slawischen Festung. Erstmalig erwähnte der arabische Weltreisende Ibrahim ibn Jacub im Jahr 973 eine Hauptburg der Obotritenfürsten in einem Süßwassersee. Teile der damaligen Palisadenkonstruktion konnten unter der Schlosskirche freigelegt werden.

Schweriner Schloss 1600
Schweriner Schloss um 1600

 
Im Jahr 1160, dem Gründungsjahr der Stadt Schwerin, ließ der letzte Obotritenfürst Niclot schließlich die Burg niederbrennen, um sie nicht den heranziehenden deutschen Feudalherren unter Führung von Heinrich dem Löwen überlassen zu müssen. Heinrich ließ die Burg jedoch unverzüglich wieder aufbauen. Noch heute kann von der Stadtseite weithin sichtbar das Reiterstandbild des Fürsten Niclot bewundert werden.

Unter Herzog Magnus II. (1477 - 1503) wurde das "Große Neue Haus", das älteste heute noch erhaltene Gebäude errichtet. In den folgenden Jahrhunderten wurden in drei großen Phasen weitere Umbauten und Neubauten vorgenommen. Erst seit dem 16. Jahrhundert ist das Schloss auch als solches zu erkennen. Während der Verteidigungszweck in den Hintergrund trat, legte man nun besonderes Gewicht auf den Schönheitsaspekt beim Umbau des Schlosses.

 
Schweriner Schloss 1845
Schweriner Schloss um 1845 (vor dem Umbau)

Unter Georg Adolph Demmler, dem damaligen Hofbaumeister, August Stüler und Gottfried Semper entstand von 1843 bis 1857 der heutige Komplex nach dem Vorbild des französischen Schlosses Chambord. Dazu wurden viele ältere Gebäude abgerissen oder umgebaut und neue Gebäude errichtet. Im Jahr 1847 wurde der Hauptturm an der Seeseite fertiggestellt. Mit Abschluss der Umbauarbeiten im Jahr 1857 zog dann auch der Großherzog Friedrich Franz der II. mit seiner Familie, begleitet von einem der größten Feste, die die Stadt bis dahin gesehen hatte, feierlich in das Schweriner Schloss ein.

Im Jahr 1913 entzündetet sich im Elisabethzimmer ein Schwelbrand, der viel zu spät bemerkt wurde. Da das Feuer auch auf die gelagerte Jagdmunition übergriff, wurde der Brand von einer Vielzahl kleiner Explosionen begleitet, die einen ohrenbetäubenden Lärm verursachten. Beim Großbrand des Schlosses wurde etwa ein drittel des historischen Baus zerstört.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 fiel das Schloss an den Freistaat Mecklenburg Schwerin.

Im Jahr 1921 eröffnete das Schlossmuseum seine Pforten, so dass die historischen Räumlichkeiten auch der Öffentlichkeit zugänglich wurden. Im Jahr 1990 zog der Landtag Mecklenburg-Vorpommerns in das Schloss der Landeshauptstadt ein.

Die regierenden Herzöge (Regierungszeiten):
  • Albrecht II. 1329 (mündig seit 1336)-1379
  • Albrecht III. 1385-1388, 1395-1412, König in Schweden 1364-1389
  • Magnus 1379-1384
  • Albrecht V. 1412-1423
  • Johann IV. 1384-1422
  • Heinrich IV. 1422 (mündig 1436)-1477
  • Magnus II. 1477-1503
  • Heinrich V. 1503-1552
  • Albrecht VII. 1488-1547
  •  
    Reiterdenkmal
    Reiterdenkmal vom Großherzog Friedrich Franz II

  • Johann Albrecht I. (zu Güstrow) 1547-1555, (zu Schwerin) 1552-1576
  • Ulrich III. 1555-1603
  • Karl I. (als Vormund) 1603-1610
  • Johann VII. 1585-1592
  • Adolph Friedrich I. (unter Vormundschaft ab 1592) 1606-1558
  • Christian (Louis) I. 1658-1692
  • Friedrich Wilhelm 1692-1713
  • Karl Leopold 1713-1747 (1728 der Regierung enthoben)
  • Christian Ludwig II. Landesadministrator 1728, Kaiserlicher Kommissar 1733, regierender Herzog 1747-1756
  • Friedrich der Fromme 1756-1785
  • Friedrich Franz I. 1785-1837
  • Paul Friedrich 1837-1842
  • Friedrich Franz II. 1842-1883
  • Friedrich Franz III. 1883-1897
  • Friedrich Franz IV. (unter Vormundschaft ab 1897) 1901-1918


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